(Achtung - den Artikel vorsichtig lesen - er könnte dazu führen, dass Sie zukünftig, beim Betrachten von gestalteten Kleinanzeigen in Zeitungen und Zeitschriften, genervt sind.)
Fragen Sie sich zuerst, was Ihr Kunde davon hat. Warum soll er sich auf alle Fälle bei Ihnen melden? Was haben Sie zu bieten?
Sie werden es nicht glauben, aber min. 80% der gestalteten Kleinanzeigen und Kleinstanzeigen, ja sogar reine Textanzeigen, führen dazu, dass ich mir am liebsten die Augen auskratzen würde. Nicht nur als kritisch prüfender Gestalter mit Schwerpunktthema "die perfekte Kleinanzeige", sondern viel eher als möglicher Kunde. Achten Sie einmal beim Zeitungslesen darauf, wie selbstverliebt die Auftraggeber, höflich ausgedrückt, unwissend sind.
Hauptverantwortlich dafür, dass min. 80% der Anzeigengestaltungen bei mir Übelkeit verursachen, sind unprofessionelle Gestalter wie zum Mediengestalter umgeschulte Bäcker, die Anzeigenberater in den Anzeigenabteilungen der Zeitungsverlage oder ehemalige Textfahnensetzer, deren ganze Kreativität darin besteht, als mit jedem – noch so hässlichen – Firmenzeichen 40-50% des zur Verfügung stehenden Anzeigenraumes auszufüllen. Und das unter allen Umständen an erster Stelle, ganz oben - ideenlos mittig.
Ja glaubt denn wirklich irgendjemand von diesen Irrläufern, das sich ein Kunde für das Firmenzeichen interessiert? Warum soll sich ein Kunde für ein Logo begeistern (welches zusätzlich hässlich und unprofessionell ist)?
Um es klar zu formulieren. Eine Anzeige hat definitiv nicht die Aufgabe das Firmenlogo zu präsentieren. Ist ja kein Firmenschild im Industriegebiet mit dem angezeigt werden soll: „Ja - hier sind sie richtig“.
Die Anzeige soll verkaufen - ein Produkt, eine Dienstleistung. Was hat also das Firmenlogo an erster Stelle im kostbaren Anzeigenraum zu suchen? Nichts!
Und alle die jetzt innerlich protestieren und aufschreien: „Ja, aber … was ist denn mit der Corporate Identity? Der Wiedererkennungseffekt? Die Leute kennen doch mein Logo - ich werbe damit schon seit 10 Jahren!“
Vergessen Sie einfach diesen Blödsinn. Sie können nicht die gleiche Werbestrategie anwenden, wie die Firmen in der Bundesliga-ChampionsLeague-Formel 1-OffShoreRacing-Klasse. Wenn Sie keine Umsatzrendite von min. 15% erzielen, wird Ihr Werbebudget niemals zur Imagebildung und zum Markenaufbau ausreichen. Und sogar in dem Fall sollte man in sich gehen und überlegen ob es nicht strategisch bessere Methoden im 21. Jahrhundert gibt seine Zielgruppe zu begeistern, als permanent ein Wappenschild vor sich rumzutragen wie ein Kreuzritter auf Kreuzzug.
Ihr häuslicher Trainingsanzug trägt sicher nicht Ihren Namen auf der Brust, damit sich Ihr Nachbar wieder an Sie erinnert?
Lernen Sie durch Ihre angebotenen Leistungen und Produkte aufzufallen und in Erinnerung zu bleiben. An erster Stelle einer jeden Anzeige gehört ein Nutzen. Und nicht ein x-belieber Nutzen, sondern ein einzigartiger Nutzen, der den Betrachter Ihrer Anzeige mindestens einen 239%igen Vorteil bietet!
Welchen Vorteil oder welchen Nutzen hat ein Zeitungsleser davon, das als Erstes in der Anzeige Ihr Firmenzeichen oder Firmenname erscheint? Keinen. Wenn Ihre Anzeige mit so einem billigen optischen Aufmacher überhaupt sein Interesse weckt. Also - weg damit. Jedenfalls im oberen Bereich der Anzeige.
Der obere Bereich Ihrer Printanzeige muss einen eindeutigen Vorteil anpreisen. Jetzt müssen Sie überlegen, in sich gehen. Ihr Hirn dazu nutzen, wozu es da ist und grübeln, drüberdenken, vordenken, querdenken, spielen, verrücktdenken, kreativdenken und etwas formulieren, wovon Ihr Wunschkunde begeistert sein wird.
Zum Beispiel: „Anzeigengestaltung - die extrem wirkt“. Oder „Ihre neue Anzeige wird Ihren Mitbewerber zum Heulen bringen“.
Ihr Unternehmen, Ihre Kernkompetenz, Ihre Firmenphilosophie, Ihr Team, Ihre Ziele und somit Ihre Anzeigenwerbung muss einfach immer und jeden Tag aufs Neue den Kundenvorteil in den Fokus jeder Handlung stellen.

Das Extra von heute ist der Standard von morgen. Entwickeln Sie für Ihre Kunden die Standards von morgen bereits heute. Entdecken Sie Extraleistungen, von denen noch nicht einmal der Kunde weiß, dass er sie braucht. Also – was können Sie Ihrem Kunden bereits heute für einen Service oder Zusatznutzen bieten, der in ein paar Jahren die gesamte Branche bieten wird - weil es erwartet wird? Wenn Sie selbst nicht dazu in der Lage sind, diese einzigartige Idee zu erarbeiten, zu entdecken, gilt auch hier, wie bei der Anzeigengestaltung. Ein Profi ist mehr wert, als er kostet. Engagieren Sie ein Ideenentwickler. Es gibt zuhauf Firmen, die sich auf die Ideenentwicklung spezialisiert haben. Google sagt Ihnen, wo sie diese Ideenfabriken finden.
Werden Sie zum Monsun in der Servicewüste Deutschland. Lösen Sie mit neu entwickelten Idee Probleme, von denen Ihr Wunschkunde noch gar nicht entdeckt hat, dass er diese hat. Positionieren Sie sich mit Ihrer Anzeigenwerbung als Top-Spezialist zur Lösung dieses brennenden Problems Ihrer Leidenszielgruppe. Stichworte zur Entdeckung neuer Standards sind Prozessvereinfachung und Prozessveränderung. Googeln Sie danach. Und wenn sie nicht aufgeben beim Denken, Optimieren, Vereinfachen und Verändern, werden Sie die Probleme Ihrer Zielgruppe lernen zu eliminieren und so deren Held werden. Und ab dem Moment haben Sie gewonnen. Helden sind bekannt - die brauchen keine Werbung mehr - noch nicht einmal von einem Anzeigenspezialisten. - aber das ist sicher nicht mehr ihr Problem.
Weiter mit dem 5. Tipp demnächst hier!
Vermeiden Sie Unkenntnis beim Thema Anzeigenwerbung.
Wissen ist Macht! Falls Sie die Investitionen in eine professionelle Anzeigenwerbung scheuen und Sie Ihre Anzeigenwerbung erst einmal selber in die Hand nehmen wollen, so sollten Sie vorab Ihr Wissen über gute Anzeigenwerbung vertiefen. Dazu empfehle ich Ihnen das Buch
"Das große Buch der Kleinanzeigen" oder eines der vielen anderen
Fachbücher zum Thema Anzeigenwerbung.